Schlegel begeistert im Wankdorf

05.07.2026

Bern BE / Gonten AI – Es hat nicht viel gefehlt und das Berner Wankdorf wäre in Toggenburger Händen geblieben. Werner Schlegel begeistert das Publikum im Berner Wankdorf vor Rekordkulisse. Nach dem gestellten Schlussgang gegen Fabian Staudenmann klassiert sich der Toggenburger auf dem zweiten Schlussrang. Am Appenzeller Kantonalschwingfest erkämpfen sich die St. Galler Schwinger sieben Kränze.

Begeisterung pur
Werner Schlegel startete als Gast am Bernisch Kantonalen Schwingfest und versetzte das Publikum von Gang zu Gang in Staunen. Mit seiner angriffigen Schwingart liess der Toggenburger nichts anbrennen und attackierte seine Gegner ununterbrochen. Gleich beim Anschwingen bodigte er den Schwarzsee-Sieger Adrian Walther nach dem zweiten Grifffassen. Auch der nächste Berner Eidgenosse, Matthieu Burger, stand nicht lange im Sägemehl – Schlegel bezwang ihn bereits in den ersten Minuten.
Selbst Verteidigungskünstler Fabian Aebersold musste schon nach dem ersten Zug den Himmel über dem Wankdorf vom Rücken aus betrachten. Das Berner Publikum traute seinen Augen kaum, denn Schlegel bezwang einen Berner nach dem anderen.
Auch das Berner Talent Michael Moser hatte nach der Mittagspause das Nachsehen. Die Hoffnungen und Anfeuerungsrufe der Zuschauer verstummten endgültig im fünften Gang, als Schlegel gegen den vierten Eidgenossen des Tages, Matthias Aeschbacher, antrat. Den Emmentaler bodigte er ebenfalls nach dem zweiten Grifffassen – und qualifizierte sich damit für den Schlussgang.
In der Endausmachung stand ihm Fabian Staudenmann gegenüber, der fünfte Eidgenosse an diesem Tag. Da Staudenmann 0.5 Punkte Vorsprung hatte, genügte dem Berner ein gestellter Schlussgang. Schlegel griff den Mittelländer während zwölf Minuten immer wieder an und versuchte alles, um ihn zu besiegen. Der Erfolg blieb jedoch aus, und so konnte Werner Schlegel nicht in die Fussstapfen seines Trainers Jörg Abderhalden treten, der 1998 im Wankdorf triumphiert hatte.

Sieben St. Galler Kränze in Gonten
Nebst dem grossen Schwingfest in Bern fand in Gonten auch das Appenzeller Kantonalschwingfest statt. Die St. Galler Schwinger überzeugten mit einer starken Teamleistung und erkämpften sich insgesamt sieben Kränze – mehr als jede andere Gastdelegation und direkt hinter den einheimischen Appenzellern.
Als bester St. Galler klassierten sich der Toggenburger Pascal Heierli sowie der Rheintal-Oberländer Jan Mannhart gemeinsam im sechsten Schlussrang. Die weiteren fünf Kranzgewinner aus dem Gallus-Kanton – Lars Rotach, Martin Egli, Andreas Niederer, Fabian Ulmann und Jonas Lenherr – schlossen das Fest auf dem siebten und letzten Kranzrang ab.
Bereits nächsten Samstag geht es für das NOS-Team weiter: Am Bergklassiker auf dem Weissenstein treffen sie auf die Schwinger aus der Nordwest- und Südwestschweiz.