St. Galler verhelfen zum Sieg

07.09.2026

Kilchberg ZH – Der Kilchberger Schwinget am vergangenen Samstag war der Saisonhöhepunkt und gleichzeitig der Schluss der grossen Schwingfeste. Am linken Zürichseeufer zeigten die besten 60 Schwinger nochmals ihr können, wobei die drei St. Galler Schwinger massgeblich am Sieg von Samuel Giger beteiligt waren.

Die Schwägalp war vergessen
Nach der Enttäuschung der Nordostschweizer Mannschaft auf der Schwägalp im Duell mit den Berner Schwingern wollten die Ostschweizer am Kilchberg-Schwinget eine Reaktion zeigen. Das gelang ihnen bis am Abend eindrücklich.
Die Tage nach der Schwägalp waren nicht einfach. Einige Schwingexperten schrieben die einheimischen Ostschweizer nach der Niederlage am Bergklassiker für das Kilchberg-Schwinget bereits ab. Die Schwinger selbst liessen sich davon jedoch nicht beeinflussen und richteten ihren Fokus unmittelbar auf den Saisonhöhepunkt in Kilchberg.
Die Antwort auf die Kritik folgte bereits im ersten Gang. Die Ostschweizer konnten mit ihrer gesamten Mannschaft um Armon Orlik, Samuel Giger, Damian Ott, Werner Schlegel und weitere Topcracks antreten. Mit Samuel Giger und Damian Ott starteten zwei der vier meistgenannten Favoriten mit dem Ziel der Titelverteidigung ins Fest. Nach den ersten beiden Gängen standen beide noch mit einer makellosen Bilanz da und sorgten bei den anderen Teilverbänden bereits für Nervosität. Die ersten beiden Gänge verliefen damit ganz nach dem Geschmack der Ostschweizer, und die Niederlage am Fusse des Säntis war bereits in den Hintergrund gerückt.

Opfern für den Verband
Dass die ersten beiden Gänge aus Ostschweizer Sicht so erfolgreich verliefen, war auch Armon Orlik zu verdanken, der gegen Fabian Staudenmann stellte, Werner Schlegel, der die Punkte mit Michael Moser teilte, sowie Andy Signer, der Michael Ledermann im zweiten Gang ausbremste. Die Ostschweizer zeigten damit eindrücklich, dass sie bereit waren, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen.
Die Ausgangslage vor dem dritten Gang war für das NOS-Team beinahe perfekt, und man hoffte darauf, die Führung weiter auszubauen. Doch noch vor der Mittagspause zeigte sich einmal mehr, dass im Sport nicht immer alles nach Plan verläuft. Während Orlik und Schlegel weiterhin wichtige Punkte sammelten, mussten Damian Ott gegen Lars Zaugg und Samuel Giger gegen Michael Ledermann jeweils eine schmerzhafte Niederlage hinnehmen. Dadurch konnten die Berner den Rückstand wieder verkürzen.
Nach dem Mittag kamen die beiden St. Galler Werner Schlegel und Damian Ott erneut als wichtige Bremser zum Zug. Trotz seiner Niederlage gegen Zaugg traf Ott im vierten Gang auf den Saison-Dominator Fabian Staudenmann. Mit der richtigen Taktik und viel Cleverness gelang es ihm erneut, Staudenmann mit einem Gestellten wichtige Punkte abzunehmen. Gleichzeitig schmälerte er damit allerdings seine eigenen Chancen auf die Titelverteidigung.
Eine ähnliche Rolle übernahm Werner Schlegel. Mit seinem Gestellten gegen Matthieu Burger bremste er den nächsten Berner Spitzenmann und gab ebenfalls einen Teil seiner Siegchancen zugunsten des Teams auf. Doch nicht nur die beiden St. Galler stellten sich in den Dienst der Mannschaft. Am Ende brauchte es den Einsatz aller 16 Ostschweizer Schwinger, damit der Sieg in den eigenen Reihen gefeiert werden konnte. Aus Ostschweizer Sicht war die Leistung des Teams taktisch eine Meisterleistung. Jeder Einzelne ordnete seine persönlichen Ambitionen dem gemeinsamen Ziel unter und ebnete damit dem späteren Festsieger Samuel Giger den Weg zum Triumph.

Abschluss in Bütschwil
Nun ist eine spannende und emotionale Saison fast schon wieder Geschichte. Am kommenden Sonntag gibt es in Bütschwil das letzte Kräftemessen der Ostschweizer Schwinger am Toggenburger Herbstschwingfest. Es werden rund 80 Schwinger aus dem gesamten NOS Gebiet, sowie Gäste aus dem Kanton Schwyz und Baselland erwartet.